Anamnesefragen

Beobachtungen sichern, ggf. Korrektur

  • Ich habe den Eindruck....
  • Ich habe Sie so verstanden...
  • Ich habe beobachtet, dass...
  • Mir ist aufgefallen, dass...
  • Ist das so?/ Wie ist das?
  • Ist das immer so?
  • Habe ich das so richtig verstanden?
  • Darf ich wiederholen?

Nachhaken, genauer

  • Was genau...
  • Was genau löst das aus..
  • Mit dem Begriff xy (z.B.„stark“) kann ich nichts anfangen, beschreiben Sie das bitte genauer.
  • Können Sie das noch genauer/anders erklären?
  • Was verstehen Sie darunter?
  • Wie kann ich mir das vorstellen?

„Brücken bauen“, stockendes Gespräch, nachhaken, Peinliches

  • Es gibt Menschen, die haben das Problem..., ... die können nicht... kennen Sie das?
  • Erzählen Sie doch mal, wie...
  • evtl. 2-3 (unwahrscheinliche) Qualitäten nennen
  • Patient nennt alles normal (Z.B. Stuhlgang „normal“): Welche anderen Arten von Stuhlgang kennen Sie?
  • Vielleicht kurze Erklärung geben, wozu aus Peinlichkeit empfundene Auskunft wichtig ist? (Z.B.: unbefriedigende Sexualität ist von med./homöop.Interesse, könnte z. B. Hinweis auf Leber- od. Neurotransm. Störung geben und darüber u.U. reguliert werden.)?

Lokalität

  • Wo tritt das Symptom auf?
  • Wohin erstreckt es sich?
  • Wo? Zeigen Sie mal genau. (Augenschein)

Zeit

  • Wann trat das Problem zuerst auf?
  • Wann tritt es immer auf? (anhaltend/periodisch)
  • Wann gab es das Problem sicher noch nicht?
  • Gab es das schon mal?

Causa

  • Welchen Auslöser halten Sie für möglich?
  • Was genau ist passiert (z.B. Unfall)
  • Was glauben Sie, ist Ursprung Ihrer Beschwerden?
  • Aus welchen Gründen glauben Sie krank geworden zu sein?
  • Wodurch sind die Beschwerden aufgetreten?
  • Was ist vorausgegangen?
  • Was ist in Ihrem Leben geschehen, bevor Sie krank wurden/vor diesem Zeitpunkt?
  • Wie erklären Sie sich das?

Empfindungen

  • Welche auffälligen Empfindungen erinnern Sie?
  • Wie können Sie das Problem/den Schmerz beschreiben?

Modalitäten

  • Welche Umstände beeinflussen das Problem im Sinne von Verbesserung/Verschlechterung?
  • Wie reagiert das Symptom auf Berührung, Druck, Temperatur, Erschütterung... (evtl. Untersuchung)?
  • Was denken Sie könnte zur Behandlung Ihres Leidens am besten helfen?
  • Welche Veränderung müsste in Ihrem Leben eintreten ...
  • Was wäre, wenn alles weg wäre?
  • Gibt es irgend etwas, was Sie anders machen müssten, damit es Ihnen besser geht?

Begleitsymptome

  • Was tritt begleitend auf?
  • Stichwort aufgreifen z.B. „Enge – wo spielt das noch eine Rolle?“
  • Welche weiteren Beschwerden bestehen?
  • Wie fühlen Sie sich dabei/davor/danach?

Gemüt

  • Welche Ängste, Ärger, Sorgen, Trauer, Tränen, Reizbarkeit, Zorn .... kennen Sie?
  • Worüber können Sie sich ärgern?
  • Was macht Ihnen Angst?
  • Wie gehen Sie damit um?
  • Wie sieht die Stimmung aus?
  • Wie ist/war die Stimmungslage?
  • Wie beeinflusst die Stimmung ...?
  • Wie ist ihr Arbeitsstil?
  • Was ist typisch für Sie?
  • Wie würden Sie sich beschreiben?
  • Z.B. Teilnahmslosigkeit erfragen: Ist Ihnen aufgefallen, dass Ihnen etwas/alles egal ist?
  • Was ist für Sie Stress?
  • Verpackt nach Geiz, Neid Eifersucht fragen: Fühlen Sie sich benachteiligt?
  • Was ist für Sie das Wichtigste im Leben?
  • Worüber Können Sie weinen?

Als zirkuläre Befragung:

  • Was würde Ihre Frau sagen?
  • Wie würden Ihre Kollegen Sie beschreiben?
  • Wie sehen andere Sie?
  • Was stört andere Menschen an Ihnen?

Geistige Funktionen/Gemüt

  • Wie waren Sie als Kind? (eigene Erinnerung oder Erzählung anderer!)
  • Welche Veränderungen erinnern Sie/beschreiben andere?
  • Wie ist / war es mit der Konzentration? Schule?
  • Wortwahl/ Sprache beobachten
  • Was wollen Sie noch erreichen (wenn Sie noch einmal anfangen könnten?)
  • Wie reagieren Sie bei (geistiger Anstrengung/Erwartungsspannung/Zeitdruck etc.)

Traumen

ACHTUNG!! Nur danach fragen, WIE der Patient reagiert hat (Gefühle, Handlungen) . Nicht das Trauma wieder hoch holen, was z.B. durch Erzählen passieren kann!!!

  • Was war der größte Kummer?
  • Was war besonders schlimm im Leben?
  • Was war es , was .... (den Schmerz verursacht hat? - nicht zu weit einsteigen!)
  • Wie haben Sie das empfunden?
  • Wie haben Sie reagiert?
  • Wie haben Sie das verarbeitet?
  • Was war daran am schlimmsten? (s. o.)
  • Gab es Unfälle, Op’s, Kriegstraumen oder waren Sie Opfer einer Straftat? (Hier würde ich geschlossene Fragen stellen also keine W-Fragen.)
  • (Wenn Therapeut entsprechende Vorkenntnisse/Schulungen hat kann er den Patienten bitten sich an einen Vorfall aus der Kindheit zu erinnern, bei dem er sehr gekränkt wurde z.B. über die Vorstellung mit einer Zeitmaschine zu dem verletzten Kind zu fahren, Patienten fragen, „wie würden Sie sich zu dem (verletzten) Kind verhalten?“...)

Allgemeine Symptome

  • Gibt es irgendwelche auffälligen Empfindungen?
  • Was spüren Sie?
  • Wie geht es ihnen dabei (z.B.) morgens nach der Schlaflosigkeit?

Aus der Beobachtung(z.B.Tics, Körperhaltung)

  • Mir ist aufgefallen, dass .... Kennen Sie das? Kommt das häufiger vor usw.
  • Ich habe bemerkt, dass .... Können Sie mir das noch einmal zeigen? (z.B. humpeln)

Temperatur

  • Ist Ihnen eher warm oder kalt?
  • Sind Sie sonst gegen Kälte/Zugluft empfindlich?
  • Welche Wetterlagen haben Auswirkungen auf ihr Befinden?

Erklärung für Kopf zu Fuß-Befragung

  • Erkl.: „ich gehe noch mal den ganzen Körper durch, damit nichts vergessen ist.“

Schlaf (Qualität, Zeiten, Position)

  • Wie sieht es grundsätzlich mit dem Schlaf aus?

Träume

  • Wann haben Sie zuletzt geträumt? (in der Nacht vor dem Termin, wiederkehrend?)
  • Welche besonders auffälligen Träume gab es?
  • Wie habe Sie das im Traum emprunden?
  • Wie haben Sie im Traum reagiert?
  • Was war das Hauptgefühl im Traum?

Sexualität

  • Wie schätzen Sie ihr sexuelles Verlangen ein (stark, weniger, im Vergleich zu anderen?)
  • Wer hat mehr Lust in der Partnerschaft?

(Pubertätsbeginn:)

  • Wann hatten Sie Ihren ersten – ähm – Ihren ersten - Pickel ? (Nicht vergessen: Lokalität, Beschaffenheit, Farbe, Form, Empfindung usw. !! ) : ) Scherz ! ; )

Bei bestehenden Therapien/Medikamenten

  • Wie hat es angefangen?
  • Wie war es vorher?

Umfeld

  • Nach 1 ½ Std. „Leidensgeschichte“ POSITIVES nicht vergessen!: Hobbys, Urlaube, Lieblingsbeschäftigungen
  • Wie ist es zu Hause? Wohnen, Beziehung?
  • Wie sieht es auf der Arbeit aus (Schule)?
  • Welche besonderen Ereignisse gab es?

Familienanamnese

  • Welche Erkrankungen/Todesursachen sind bekannt (Geschwister, Eltern, deren Geschwister, Großeltern)
  • Wie können Sie die Verw. Xy beschreiben? (Aussehen, Gestalt, Typ, Art, Besonderheiten)

Abschluss

  • Gibt es irgend etwas, was Sie noch erzählen möchten?
  • ...Etwas, was bei meinen Fragen nicht enthalten war?
  • Evtl. bitten „Nachträge“ zu Hause zu notieren und zum nächsten Termin mitzubringen oder innerhalb von 2 Tagen telefonisch durchzugeben?
  • Wünsche und Erwartungen?

Wie kann ich den erschöpften Patienten nett entlassen, ohne mich zu einem Heilungsversprechen hinreißen zu lassen???