Definitionen und Literatur

Sehr viele unserer Patienten haben schon eine längere Geschichte mit ihrer jeweiligen Symptomatik. Individuell ganz verschieden haben sie entweder regelmässig, gelegentlich oder auch gar nicht von verschiedenen Menschen und Methoden Hilfe in Anspruch genommen. Welche Behandler haben sie bisher konsultiert? Welche Methoden vielleicht von sich aus angewandt? Warum wenden sich die Patienten nun an uns, was erhoffen sie sich von einer homöopathischen Behandlung? Wie gehen Sie um mit ihren Beschwerden? Wie reagieren sie auf ihre Schmerzen? Was erwarten sie speziell von uns? In welcher Weise sind sie bereit einen eigenen Beitrag zu leisten? All diese und viele andere Details entgehen uns in der Praxis häufig, weil wir nicht wissen, wie wir diese Information zur Arzneimittelfindung nutzen können. Dabei ist es so, daß sich gerade hier die „Problembewältigungsstrategie“ der Lebenskraft, ihr zentrales Muster, sehr gut beobachten lässt. Dr. Sehgal und seine Söhne haben hier durch die akribische Bearbeitung der Gemütsrubriken im Repertorium Pionierarbeit geleistet. Mit ihrer Hilfe lassen sich die genannten Beobachtungen in Rubriken umsetzen und damit in Verordnungen, die direkt auf das Zentrum der gestörten Lebenskraft gerichtet sind.

Die Sehgal-Methode

Die Methode Sehgal vernachlässigt die Gesamtheit der Symptome und die Symptomenauswahl nach Paragraph 153 des Organons und betont mehr die Geistes- und Gemütssymptomatik. Diese Veränderungen ergeben sich über die Auswahl des Arzneimittels ausschließlich aufgrund der Geistes- und Gemütssymptomatik, die präsent, hervorstechend, beständig und tatsächlich sind. Die Basis für dieses Verständnis bilden die Stoffwechselfunktionen der Assimilation (Aufnahme) und Elimination (Ausscheidung) des Organismus, über die neue, wesentliche Kriterien für die Fallbeurteilung und den Fallverlauf erhalten werden können. Krankheit ist demnach ein Prozeß, der auf der Störung der grundlegenden Funktionen der Elimination (Ausscheidung) und Assimilation (Aufnahme) des Organismus beruht und durch Toxine hervorgerufen wird, die nicht vom Organismus ausgeschieden werden können. Zu diesen Kriterien zählt die überaus wichtige Unterscheidung zwischen >>wirklicherscheinbarer<

Sehgal versucht, zur Arzneimittelwahl sich an Kriterien zu orientieren, die die Gefahr der partiellen Verschreibung weitestgehend ausschließen. Insbesondere in Bezug auf die Gefahr der partiellen Verschreibung ist es eine Tatsache, daß das den Patienten in seiner Gesamtheit heilende Mittel in direkter Beziehung zu den Geistes- und Gemütssymptomen stehen soll. Das heißt, daß der Persönlichkeit des Patienten eine entscheidende Rolle beigemessen wird. Die körperliche Symptomatik hat keine Bedeutung mehr. Zur Bestimmung des Arzneimittels ist es vollkommen unbedeutend, ob der Patient unter Schwindel, einem Tumor oder Kopfschmerzen leidet und welche Modalitäten mit diesen Erkrankungen festgestellt werden. Ausschließlich die Geistes- und Gemütssymptome, die in Verbindung mit den körperlichen Beschwerden den geistig-emotionalen Zustand des Patiente bestimmen, entscheiden, welches Arzneimittel verabreicht wird. (Auszüge aus: Jörg Prädel, Die Sehgal-Methode, Verlag Müller und Steinicke, München 1995)

Literatur

 

Sonderheft 2004 der Homöopathie-Zeitschrift (Sankaran und Sehgal)

Gute Bücher und Audio-Cds bei www.evalangverlag.de

Die Sehgal-Methode ( Jörg Prädel, Vlg. Müller und Steinicke)

Zusammenfassung der Sehgal-Methode von Dr. Seckendorff (in Homöopathie-Aktuell; anlässlich der Preisverleihung)