Hier sollen zum

Thema Potenzen

die unterschiedlichen Ideen verschiedener Autoren aufgeführt werden

Ideen von Pe. und E. Friedrich, aus Charaktere Homöopathischer Arzneimittel Band II

Durch viele Verordnungen der verschiedenen Potenzgrade haben wir festgestellt, dass das jeweilige Arzneimittel in einer LM/Q 30 meistens den erwarteten Heilprozess relativ sanft und schnell herbeiführt. Jedes Arzneimittel, egal in welchem Potenzgrad, wird von uns zu Beginn der Behandlung immer nur einmalig verabreicht. Wir wollen sicher gehen und herausfinden, ob wir das ähnliche Arzneimittel verordnet haben, denn wer weiß schon vor der ersten Arzneiverabreichung so bestimmt, ob wirklich „das Ähnliche“ gefunden worden ist. Nicht die Theorie, sondern die beobachtbare Reaktion des Patienten beweist, ob es das ähnliche Arzneimittel ist. Die anfangs nur einmalige Verordnung des Mittels dient uns außerdem dazu, herauszufinden, wie intensiv der Patient auf das Arzneimittel und den gewählten Potenzgrad reagiert. Sobald sich die Ähnlichkeit des Arzneimittels bestätigt, und es der Fall nötig macht, kann das Arzneimittel wiederholt werden. Für eine Wiederholung ist ausschließlich der Zustand des Patienten und die Stagnation seines Heilungsprozesses ausschlaggebend, wobei das Augenmerk nicht nur auf das hartnäckige Vorhandensein eines einzelnen Symptoms gelegt werden darf. Außerdem ist Sorge zu tragen, dass das Arzneimittel nie bei erster Heilverschlimmerung oder erster Verschlimmerung bekannter Symptome wiederholt wird (Organon § 248 + 249). Besonders bei stark blockierter Lebenskraft ist es wichtig, dass der Patient das Arzneimittel immer nur in einer einzigen Gabe erhält. Denn gerade hier muss der Fall gewissenhaft beobachtet und eine Entwicklung abgewartet werden, ehe das Arzneimittel je nach Bedarf wiederholt wird. Viel häufiger zeigt sich, dass ein veränderter Zustand entsteht, der ein anderes ähnliches Arzneimittel verlangt. (Siehe Charaktere Teil IV: Potenzwahn und Wiederholungswahn) Mit dem "30-ten Potenzgrad" haben wir bei einer Vielzahl von Patienten zufriedenstellende Ergebnisse erlebt. Für uns wurde die Fußnote des § 270 im Organon, 6. Auflage, zu einer beobachtbaren Realität. In dieser Fußnote wird ausführlich auf die Kraft des 30-ten Potenzgrades hingewiesen. Es ist keinesfalls nur Theorie sondern Tatsache, dass sich erst in der 30-ten Dynamisation der wahre Charakter eines Arzneistoffes entfaltet. Deshalb wird im § 270 bei der Herstellung darauf hingewiesen, das Arzneimittel bis zum 30-ten Potenzgrad aufzubereiten, denn erst dann zeige sich der wahre Charakter und die Intensität eines Arzneistoffes. Das bewahrheitet sich im Verlauf eines Heilungsprozesses, der am Patienten beobachtet werden kann. Die Macht des 30-ten Potenzgrades bewahrheitet sich durch die deutlich erkennbaren Auswirkungen am Patienten, was auch sicherlich Hahnemann dazu bewogen hat, im § 128 des Organons, 6. Auflage, darauf hinzuweisen, Arzneimittelprüfungen im 30-ten Potenzgrad durchzuführen.